AG 46: Sichere Orte


Zeitpunkt: 10.10.2020 17:00
Raum: Kino

Erfahrungen zeigen, dass Personen mit pädosexuellen Neigungen oft gezielt Kinder aus sozial benachteiligten Familien und mit emotionalen Defiziten ansprechen. Dies geschieht häufig an bevorzugten Aufenthaltsorten solcher Kinder, zu denen auch gemeinwesenorientierte Offene Einrichtungen gehören. Diese halten in der Regel sowohl für Kinder als auch für Erwachsene Angebote bereit und sind leicht zugänglich. Weiterhin ist bekannt, dass ein Teil der pädosexuellen Personen Berufe ergreift, in denen sie Kontakt zu Kindern aufbauen können. Darüber hinaus nutzen pädosexuelle Menschen z. T. Kinder und Jugendliche, die schon in einschlägigen Kreisen verkehren und bereits sexuelle Übergriffe erleben mussten, als „Schlepper“, um in Freizeiteinrichtungen Kontakte zu bisher nicht betroffenen jungen Menschen aufzunehmen.
Was kann ich als Mitarbeiter einer Offenen Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung tun, um der Gefahr pädosexueller Übergriffe innerhalb der Institution entgegenzuwirken?
Das Konzept „Sichere Orte für Kinder“ bietet Antworten auf diese Fragen. Im Workshop gibt es einen ersten Überblick zum Ergebnis eines vierjährigen Praxis- und Forschungsprojektes des Abenteuerlichen Bauspielplatzes (ASP) Kolle 37 im Netzwerk Spiel/Kultur Prenzlauer Berg e.V., der Beratungsstelle Kind im Zentrum im EJF und der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin. Auslöser für das Projekt waren Vorfälle im unmittelbaren Umfeld des ASP. Ergänzend kann das Buch beim BdJA „Sichere Orte“ erworben werden, um sich mit dem Thema intensiver auseinander zu setzen. Im Buch sind die Ergebnisse in Form eines Handlungsmodells zusammengestellt, das sich auf dem ASP Kolle 37 seit langem bewährt. Dieses Handlungsmodell ist auch für andere Bereiche der Kinder- und Jugendhilfe geeignet und bietet zudem eine Diskussionsgrundlage für Praxis und Fachöffentlichkeit.

Referent*innen: Meta Sell
Dr. Meta Sell ist eine der Herausgeberin des Buches „Sichere Ort“ und hat das Konzept auf dem Bauspielplatz Kolle 37 mitentwickelt. Neben Ihrer pädagogischen Arbeit auf dem Bauspielplatz hat sie eine demokratische Schule mitaufgebaut, war jahrelang Geschäftsführerin des Netzwerk Spiel/Kultur Prenzlauer Berg e.V. und ist noch immer Vorstandsmitglied.