AG 43: Faszination Labyrinthe


Zeitpunkt: 10.10.2020 17:00
Raum: Pool

Seit Tausenden von Jahren beschäftigen sich die Menschen mit Labyrinthen. Das „Labyrinth des Minotaurus“ und der „Faden der Ariadne“ aus der Antike sind vielen ein Begriff. In den letzten Jahren erleben wir eine Renaissance dieses alten Themas: Landwirte mähen Maislabyrinthe in ihre Felder, in Schlossparks werden alte Anlagen restauriert, in städtischen Grünanlagen richten Frauenvereine begehbare Kräuterspiralen neu ein.
Die Wirkung eines Labyrinthes auf Menschen ist verblüffend: Geradezu magisch zieht es Kinder und Erwachsene hinein. Erwachsene schreiten ruhig dahin. Kinder hingegen rennen die gewundene Bahn bis zu ihrem Ende. Ein Labyrinth hat einen hohen Aufforderungscharakter und lockt kleine und große Kinder, aber auch Erwachsene an, um zu spielen, es zu durchwandeln und sich in seiner Mitte zu treffen. Auf dem Weg durch ein Labyrinth kommen Kinder und Erwachsene zur Ruhe und finden zur (eigenen) Mitte.
Auf Jugendfarmen und Aktivspielplätzen lassen sich Labyrinthe zur Platzgestaltung nutzen. Ihr könnt die vielfältigsten Naturmaterialien verwenden: Rindenmulch, Steine, Sand, Holzpfähle, Pflanzensetzlinge oder in den Boden eingelassene Steinplatten. Es kann in eine Wiese gemäht oder mit Pflanzensamen eingesät werden. Bei allen Arbeiten könnt ihr Kinder mit einbeziehen und sie ihr Labyrinth gestalten lassen.

Im Workshop gebe ich eine kleine Einführung in die Geschichte der Labyrinthe. Ihr lernt die verschiedenen Formen kennen, die es rund um die Welt gibt: Welches Labyrinth passt auf unseren Platz?

Im praktischen Teil unseres Online-Seminars könnt ihr unter Anleitung üben, wie man ohne Vorlage ein Labyrinth freihand oder mit einem Schnurzirkel zeichnet. Ihr bekommt viele praktische Tipps rund um den Bau eines Labyrinths Wenn ihr die Logik eines Labyrinths verstanden habt, könnt ihr später auf euren Plätzen z.B. mit Rindenmulch, Stöcken, Sägespänen, Schnüren oder anderem Material gemeinsam mit den Kindern ein Labyrinth einrichten.

Bitte vor dem Workshop bereitlegen:
• genügend unliniertes Schreib- oder Zeichenpapier, gerne auch größere Formate
• Bleistift, Radiergummi
• Ca. 50 cm dünne Schnur oder starken Zwirn
• 1 Stecknadel mit Kopf
• Schreibunterlage, in die ihr eine Nadel stecken könn

Referent*innen: Hartmut Lies
Hartmut Lies ist Diplom-Sozialpädagoge (FH), hat einige Jahre in der offenen Arbeit mit Kindern gearbeitet, erst als Leiter eines Kindertreffs in Stuttgart, dann auf einer Jugendfarm. Nach seinem Ausscheiden dort hat er die Arbeit auf dem Platz 5 Jahre im Vorstand begleitet. Über seine Tätigkeit als Jugendreferent eines Stadtjugendrings ist er in die Schulung von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiter*innen in der Arbeit mit Kindern eingestiegen. Über längere Zeit hat er in praktischen und theoretischen Seminaren ehrenamtliche Jugendbegleiter*innen auf ihre Arbeit in der Freizeitbetreuung in Schulen vorbereitet. Seit 2003 tourt er mit seinem frei organisierten Spielmobil "Spiel-o-Top" durch ganz Süddeutschland und schafft temporäre Spiel-Räume für viele Menschen, fest davon überzeugt, dass "der Mensch nur dort Mensch ist, wo er spielt".